Sonntag, 5. Mai 2013

Wer die Last tragen kann, kann ruhig mal vom direkten Weg abweichen


Nach dem obligatorischen Frühstück starteten wir in einen traumhaften Bilderbuch-Maitag. Der Himmel war blau, die Sonne schien vom Himmel, als hätte sie nie etwas anderes getan und ein angenehm kühler Wind wehte uns den Duft der aufblühenden Natur um die Nase. Der Raps roch fast so gut wie der in Schleswig Holstein.

Arschwasser für die, die es genau wissen wollen...

Arschwasserchemie
Arschwasser besteht aus Molekülen, gebildet aus je zwei Arschwasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom. Hier die chemische Zusammensetzung:


Samstag, 4. Mai 2013

Frühstück


Zum Frühstück brauche ich inzwischen:
• 6 Eier, davon eins für den Hund
•  200 Gramm Speck
das Ganze gebraten und mit ein paar Scheiben Käse und ein paar Chips auf einem halben Baguette
•  240 Gramm Mousse Chokolat
•  Zwei Bananen
•  einen Liter Milch
•  und dazu etwas Kaffee
heute gab es noch Erdbeeren oben drauf, die waren im Angebot
Ich hoffe, wir finden was ordentliches zum Mittag...

Freitag, 3. Mai 2013

Schietwetter … merde

NO COMMENT …


Zu Gast in der Fremde … 
Wie bereits erwähnt bekommt man in den Privatunterkünften nicht nur ein Bett, sondern auch gut zu essen. Es ist manchmal gar nicht leicht, damit umzugehen. Da ich so erzogen wurde, dem Gastgeber möglichst wenig Umstände zu machen. 

Donnerstag, 2. Mai 2013

Ich muß leider draußen bleiben …

modisch immer "uptodate" die Dame
Wie gestern beschlossen ging es heute wieder in die Wanderschuhe, trotz immer noch massivem Regens. Ich hatte mich gestern nochmal gründlich durch jede Menge Internetseiten gewühlt und eine Route mit Herbergen gefunden. Wir mußten nur ein paar Kilometer mit der Eisenbahn fahren, um auf den richtigen Weg zu gelangen.
Das Fahren mit der Eisenbahn ist recht einfach, das Erlangen der Fahrkarte hingegen ist eine Wissenschaft für sich …

Mittwoch, 1. Mai 2013

Thor zeigt Petrus, wo der Hammer hängt!

Raphaels Gesundheit scheint sich wieder zu berappeln. Das Wetter auf den ersten Blick auch. Fast hätten wir die Entscheidung, heute noch einen Tag im Trockenen zu verweilen bereut, aber dann fing es zum Glück gegen Mittag wieder an zu regnen und wir waren froh nicht draußen sein zu müssen. So sitzen wir heute noch hier fest, dadurch konnte der Kollege sich ordentlich ausschlafen und schwitzen und ich fand endlich mal die nötige Ruhe Fussels Fell beim Wachsen zuzusehen.

Dienstag, 30. April 2013

Der spinnt doch der Petrus

Entweder ist Petrus seit Anbeginn meiner Reise sturzbetrunken und weiß nicht mehr ganz, was er da tut oder ist einfach mal in Urlaub gefahren. In jedem Fall tickt der nicht ganz sauber und sollte sich langsam mal was schämen. Erst die Kälte, dann der Wind zwischendurch mal kurz die Regler auf 35℃ gedreht und sie dann einfach mal wieder Richtung Gefrierpunkt bewegt. Da wird man ja bekloppt. Im Moment hat er offensichtlich Spaß daran es aus allen Kübeln regnen zu lassen und das nunmehr seit geschlagenen 20 Stunden. Langsam nehm ich das persönlich.

Montag, 29. April 2013

Irgendwas is' ja immer

Was ist das?
Heute morgen brachen wir für unsere Verhältnisse relativ früh auf – es ging ewig weit immer an einer mehrspurigen Bundesstraße entlang. Zum Glück hab' ich das vorher mit Fussel trainiert und sie hängt wie ein Tender hinter einer Dampflok, immer an meinem rechten Fuß und hält exakt die Spur. Was wohl in ihrem Kopf vorgeht. Man muß sich in den Hundekopf mal reinversetzen.

Sonntag, 28. April 2013

"Pardon, c'est notre chambre"

Gestern Morgen hatten wir Glück oder einfach nur ein gutes Timing. nach der kalten Nacht hatten wir am Morgen gerade genug Sonne, daß wir unsere Sachen trocken in die Rucksäcke bekamen. Sogar der Morgentau war verschwunden. Auf der öffentlichen Toilette des kleinen Örtchens konnten wir unseren Akkus zumindest so viel Strom versorgen, daß die Telefone bis zum Abend durchhalten würden. Die örtliche Bäckerei war auch geöffnet und wir bekamen so etwas, wie ein Frühstück.

Samstag, 27. April 2013

Morgenstund hat manchmal Spinne im Mund...

Über den Wolken freut sich die Sonne, daß sie heute nicht nass wurde
Die Nacht haben wir gut überstanden, zumindest ich, bei Raphael kann ich das noch nicht genau sagen, der schläft nämlich noch, aber die gelegentlichen Geräusche, die aus seinem Zelt kommen, verraten mir, daß zumindest sein Darm die Nacht trotz 2℃ Kälte heile überlebt hat.
Das Unwetter ist netterweise an uns vorbei gezogen und mit der Kälte kommt man wie gesagt im Schlafsack gut klar, spätestens nach fünf Minuten hat man sich das Ding auf eine angenehme Temperatur gepupst. Jetzt wird er aber ordinär könnte man denken. Es hilft nix, es gibt ein paar Dinge beim Pilgern, die weder Herr Kerkeling, noch Herr Coelho in ihren Reiseberichten ansprechen, die aber meiner Meinung nach in einer ehrlichen Berichterstattung nicht fehlen dürfen.

Freitag, 26. April 2013

Gestern – … und einfach drüber freuen.

Marktplatz von Sainte Catherine de Fierbois mit Johanna von Orleans vor der Kirche, in der sie ihr Schwert erhielt
35℃ die Sonne knallt, keine Wolke, kein Schatten und nach zehn Kilometern über Feldwege, der erste Ort. Der Weg würde nun noch zehn Kilometer an einer Bundesstraße ohne Fußweg und Schatten entlang führen, bei der Hitze eine gefährliche Wahl nicht nur für uns, sondern auch für Fussel.

Donnerstag, 25. April 2013

… alles Gänseblümchen

25. April, ein besonderer Tag, alles Gänseblümchen – ansonsten gibt's heut nur ein kurzes Hallo! Bin mit den Gedanken wo anders und verspüre keine Lust zu schreiben. Morgen mehr … 

Mittwoch, 24. April 2013

God bless the amigos of the camino

Alles richtig gemacht ab Tours geht's los. Wir sind heute morgen als erstes in die Touristinfo von Tours gegangen und erhielten den ersten wirklich warmen Empfang. Die "amigos les camino" sind eine ehrenamtliche Organisation, die sich um das Wohlergehen der Pilger auf dem Weg kümmert und der Präsident des Landkreises von denen arbeitet in der Touristinfo und freute sich riesig uns zu sehen. Dann sprach er auch noch nahezu perfekt englisch – ein Traum. Vollgepackt mit Informationen und seiner Privatnummer für Notfälle entließ er uns auf den Weg. Endlich wird es ernst.

Dienstag, 23. April 2013

… noch mehr Ballast abwerfen!

Entspannung im Park von Tours.
Gestern haben wir dann doch noch eine Unterkunft gefunden. Für mich die erste wirklich saubere seit Düsseldorf. Mal nicht im Schlafsack schlafen, eine Dusche mit richtig warmen Wasser nur für uns drei, Betten mit echten Decken und richtigen Matratzen und Fenster, die man öffnen kann, welch ein Luxus. Dinge, die zu Hause selbstverständlich sind werden hier zu etwas Besonderem.
Endlich können wir mal ausschlafen...

Montag, 22. April 2013

Vernagelt.

Aus Chartres führt der Weg weiter südlich, allerdings als vierspurige Bundesstraße schnurgeradeaus, kein Rad- oder Fußweg, einfach geradeaus. LKWs und Autos kommen einem am Fließband bis Bonneval immer geradeaus, einziger Lichtblick: seit Lengerich der erste Tag ohne Schmerzen in der Hüfte. War das der lange Aufenthalt in der Crypta, ich will das mal nicht ausschliessen. Ist jedenfalls ein wenig spuki. Die Hüfte hält unter Volllast. Auch sämtliche Druckschmerzen an den Füssen sind weg und die Wanderstiefel waren heute das erste Mal seit meiner Abreise bequem. Schon merkwürdig einen Tag nach gestern.
Wie gesagt – das Konzert war genau an der Stelle, an der sich früher die Kranken neun Tage zur Heilung aufhielten. Wer sagt, daß das Humbug sei, beweise das Gegenteil. Ich will hier nicht behaupten, daß es so ist, aber es ist schon merkwürdig.

Lost in translation …

Immer gut, wenn man im Ausland jemanden dabei hat, der die Landessprache spricht.
Nachdem Konzert in der Crypta gestern morgen, traf ich mich wieder mit Raphael, um den Rest des Tages zu planen. Vorrangig galt es, unsere Nahrungsaufnahme zu organisieren. Am Sonntag sind auch in Frankreich die Möglichkeiten günstig Lebensmittel zu beschaffen, erheblich eingeschränkt.
Plötzlich entdeckten wir vereinzelt Leute mit Tüten des örtlichen Supermarktes an uns vorbei laufen. Sollte der gar am Sonntag geöffnet haben?

Sonntag, 21. April 2013

Klassik am Morgen …

So kriegt man hier das Frühstück vorgeworfen, 
der Kaffee stand seit zehn Uhr gestern Abend da
 Sonntag morgen … 
… der Wecker klingelt leider nicht, wie gestern mit ihm abgesprochen. Ich wach trotzdem um sieben Uhr auf, weil ich einen Bach machen muß. Danach schnell anziehen und ab in die Crypta der Kathedrale, da machte ein slovenischer Geiger selbiges, nur auf einer Geige und das zwei Stunden lang. Eigentlich nur für Insider, die vorher richtig viel Geld dafür bezahlt haben. Fussel und ich sind einfach mal mit rein. Ja, ihr lest richtig, Ølaf am Sonntag morgen um acht in einem klassischen Konzert in einer Kirche.

Samstag, 20. April 2013

Ich will nicht ins Paradies



Gestern war Raphael seine Einlagen in Paris abholen, dadurch war ich auf mich allein gestellt, was kein wirkliches Problem darstellte, denn ich mußte nicht einkaufen. Also auf nach Chartres und Kathedrale gucken. Ja, Ihr lest richtig, Ølaf wollte eine Kirche betreten und das aus eigenem Willen. Auf meinem ersten Jakobsweg habe ich das komplett vermieden, bis auf einen Besuch in der Kathedrale von Santiago de Compstella und der war eine reine Enttäuschung, tausende mit dem Bus angekarrte Touristen, die lärmend und fotografierend herumstanden, keine Chance auch nur einen andächtigen Moment zu verleben. Das war grauenhaft und völlig daneben. Außerdem hat es für mich nie einen Sinn gemacht Gott ein Haus zu bauen.

Freitag, 19. April 2013

Chartres

Morgenapell. – … und eine gute Tat

Die Nacht war rattenkalt und feucht, was einem im Schlafsack getrost egal sein kann, aber wieso muß man immer in solchen Nächten mindestens drei mal aufs Klo? Murphys law scheint auch auf dem Jakobsweg zu gelten. Ganz besonders, wenn man meint, des Nachts zum pinkeln einfach mal eben barfuß und in Unterhose ins nächste Gebüsch zu springen. Man glaubt gar nicht, wieviel Frosch zwischen die Zehen passt...
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